Schnabelräude beim Wellensittich

Schnabelräude beim WellensittichDas Krankheitsbild der Schnabelräude ist unverwechselbar. Borkige, mit winzigen Löchern durchsetzte Beläge am Schnabelwinkel, um die Augen oder die Nasenöffnungen lassen keinen Zweifel: hier sind Grabmilben am Werk, die sich durch die Hornschichten der Vogelhaut bohren und sich von dem dabei anfallenden Zellmaterial ernähren.


Bereits im Nest werden die Parasiten auf die Jungvögel übertragen. Aber noch gut eineinhalb Jahre können vergehen, bis die ersten Symptome sichtbar werden. Viele Wellensittiche sind latent infiziert. Das bedeutet, daß sie durch den Milbenbefall nicht merklich erkranken, solange ihre Abwehrkraft nicht durch andere Erkrankungen oder Fehlernährung geschwächt wird. Ist die Schnabelräude erst einmal ausgebrochen, kann sie sich mit der Zeit auch auf die federlose Beinhaut und die Gegend um die Kloake ausdehnen.

Die erste Behandlung muß der Tierarzt vornehmen. Mit speziellen Lösungen weicht er die Borken auf und löst sie vorsichtig ab. Die Krusten enthalten Milben und Eier und müssen sorgfältig vernichtet werden. Anschließend werden die betroffenen Stellen vom Tierbesitzer weiterbehandelt, indem er sie täglich mit einer milbenabtötenden Flüssigkeit betupft. Scheue Vögel, die nicht täglich gefangen werden können, erhalten ein Präparat, das in größeren Zeitabständen auf den Nacken aufgetropft wird. Es verteilt sich dann in der Haut und läßt die noch vorhandenen Milben nach und nach absterben.

Mit freundlicher Genehmigung des Bundesverbandes Praktischer Tierärzte e.V. © » Originaltext, 20.11.2002

Illustration von vetvita ©
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