Trickreicher Hundespulwurm

Warum gegen Toxocara canis nur regelmäßige Entwurmung hilft

Frau mit West-Highland-TerrierNeben der Praxis, im Verdachtsfall oder turnusmäßig Kotproben des Hundes auf Würmer untersuchen zu lassen, ist auch die regelmäßige Entwurmung weit verbreitet. Mit einer einzigen Tablette für den Hund oder einer einzigen Spot-on-Gabe für die Katze lassen sich alle relevanten Rund- und Bandwürmer bekämpfen. Einfacher geht es nicht.

Warum diese Praxis Sinn macht, erläutert Tierärztin Dr. Regina Thomas: "Wir wissen aus Studien, dass rund 12 Prozent aller Hunde in Deutschland mit Würmern infiziert sind, mehr als die Hälfte davon mit dem Hundespulwurm Toxocara canis. Eier dieses Wurms wurden in einer Untersuchung aus dem Jahr 2008 sogar im Fell jedes fünften Hundes gefunden. Wir können also davon ausgehen, dass jederzeit und überall ein Risiko besteht, sich mit dem Hundespulwurm zu infizieren – übrigens auch für Kinder, wenn diese beim Schmusen mit dem Haustier oder beim Spielen im Sandkasten Wurmeier aufnehmen. Das spricht aus tierärztlicher Sicht unbedingt für eine regelmäßige Bekämpfung."

Der Hundespulwurm ist nicht nur sehr weit verbreitet, sondern auch ausgesprochen trickreich. Welpen werden meist schon vor ihrer Geburt durch das Muttertier infiziert. Trotz dieser frühen Infektion bilden sie allerdings keine vollständige Immunität gegen weitere Infektionen mit Toxocara canis aus, wie Prof. Dr. Thomas Schnieder von der Tierärztlichen Hochschule Hannover berichtet. "Bei Aufnahme weniger Eier, wie sie im Alltag die Regel ist, kann es in jedem Alter zu einem Befall mit ausgewachsenen Würmern im Darm des Hundes kommen", so Prof. Schnieder.

Spulwurm - Toxocara canis (zum Vergrößern anklicken!):


Zu den Besonderheiten von Toxocara canis gehören die extrem widerstandsfähigen Eier, die in der Umwelt mehrere Jahre lebens- und infektionsfähig bleiben können. Besonders gefährlich sind die Larven des Hundespulwurms, die wenige Stunden nach Aufnahme von Wurmeiern durch den Hund aus der Eihülle schlüpfen. Sie unternehmen in den darauffolgenden Tagen eine ausgedehnte Wanderung durch den Hundeorganismus und können dabei Entzündungen in Leber, Nieren und Lunge verursachen. Nur das erste der parasitischen Larvenstadien wird vom Immunsystem des Hundes angegriffen – und nicht immer mit Erfolg. Die Larve hat einen besonderen Trick entwickelt: Sie streift die Hülle, an der die Antikörper angreifen, einfach ab und wandert weiter. Spätere Stadien werden vom Immunsystem gar nicht mehr erkannt. Die erwachsenen Würmer können sich dann ungestört im Darm ansiedeln. Durchfall, Verstopfung oder Erbrechen sind die möglichen Folgen.

Dr. Thomas: "Wer diesen Prozess von Infektion und Larvenwanderung unterbrechen und die Ausscheidung neuer Wurmeier begrenzen möchte, kommt um eine regelmäßige Entwurmung mindestens alle drei Monate nicht herum." Bei Kleinkindern im Haus könne man die Wurmkur des Hundes ohne Bedenken auch monatlich durchführen. Die Tierärztin empfiehlt die Anwendung eines Mittels, das bereits die Larvenstadien des Hundespulwurms bekämpft, um eine nachhaltigere Entwurmungswirkung zu erzielen und den Hund vor Organschäden zu schützen.

Weitere Informationen für Tierhalter zum Thema Parasiten von Hund und Katze gibt es unter » www.parasitenfrei.de.

Leverkusen, 19. Januar 2011

© Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung der Bayer Vital GmbH.
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