Alternative Heilverfahren - ein Überblick

Homöopathie, Bachblütentherapie und Akupunktur in der Tiermedizin

Alternative Heilverfahren - ein ÜberblickWie in der Humanmedizin, so wird zu Recht auch in der Tiermedizin der Ruf nach alternativen Heilverfahren wie Homöopathie, Akupunktur und Bachblütentherapie immer lauter. "Geht das bei Tieren überhaupt?" ist eine häufig gestellte Frage der Tierbesitzer. Sicher - mit in der Regel genauso guten Erfolgen wie beim Menschen.

Im folgenden sollen die genannten Verfahren näher erläutert werden, da doch häufig einige Unklarheiten über die Wirkungsweise bestehen.

Homöopathie
Ähnliches mit Ähnlichem heilen - der Grundsatz der Homöopathen. Dies hat nichts mit der Phytotherapie zu tun, bei der Auszüge aus Pflanzen wie bei der Schulmedizin direkt zur Heilung von Krankheiten eingesetzt werden.

Bei der Homöopathie geht es darum, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu mobilisieren. Das Prinzip ist ähnlich wie bei einer Impfung: Durch eine kleine (inaktive) Menge einer Substanz, die in größerer Menge bzw. in aktiver Form eine Krankheit auslösen würde, kann der Körper eine Abwehr aufbauen, die ihn wirksam gegen die Krankheit schützt. Ein Beispiel: Ein Bienenstich bewirkt eine Schwellung mit Röte und Wärme an der Stichstelle, manchmal kann er Allergien auslösen. Apis, die Honigbiene in der Homöopathie, kann genau gegen solche Symptome helfen, egal welcher Ursache, wenn es stark verdünnt gegeben wird. Häufige Verdünnungsstufen in der Homöopathie sind D und C: D6 bedeutet z.B., sechs mal 1:10 verdünnt. C6 bedeutet, sechsmal 1:100 verdünnt. Wichtig ist die Art der Verdünnung: Es muss "verschüttelt" werden. Das erst gibt dem Körper ausreichende Informationen, gegen die Erkrankung anzukämpfen. Manche Krankheiten sollten eher schulmedizinisch als mit Homöopathie behandelt werden, andere besser homöopathisch; manchmal kann eine Kombination aus beidem sinnvoll sein - dies gilt im Prinzip für alle alternativen Heilverfahren.

Bachblütentherapie
Es handelt sich um 38 Blütenessenzen wildwachsender Pflanzen sowie um Rescue Remedy (Notfalltropfen), eine Mischung aus bestimmten Blüten. Bachblüten sind vor allem bei Problemen der Psyche hilfreich. Verhaltensprobleme können recht gut beeinflusst werden,Pferdwie Aggression, Angst, Verlustprobleme, Unsauberkeit in der Wohnung. Teilweise ist eine Kombination mit Verhaltenstherapie notwendig. Bachblüten werden in der Regel oral gegeben, können aber auch über die Haut aufgenommen werden, was die Verabreichung besonders bei Katzen erleichtern kann.


Akupunktur
Diese Heilmethode kommt aus China. Es gibt am Körper in der Haut Punkte, an denen Nerven und Blutgefäße enden. Durch Reizung dieser Punkte auf verschiedene Art und Weise - Erhitzung, Nadelung, Elektrizität, Massieren - wird unter anderem die Nervenleitung beeinflusst, auch werden Botenstoffe freigesetzt, die bestimmte Wirkungen auf den Körper haben. Da die Dichte der verschiedenen Zellarten, die diese Stoffe freisetzen können, je nach Punkt variiert, hat eine Reizung unterschiedlicher Punkte auch unterschiedliche Wirkung auf den ganzen Körper zur Folge - so die westliche Erklärung. Das chinesische Denkmodell ist sehr komplex und erfordert intensives Studium.

Als anerkannte Heilmethode wird die Akupunktur in der Humanmedizin bereits häufig von Krankenkassen finanziert und kann bei den unterschiedlichsten Krankheiten eingesetzt werden. Besondere Erfolge sind im orthopädischen Bereich zu erzielen, aber auch bei Erkrankungen im nervalen Bereich im übrigen Körper. Teilweise ist eine Anwendung der Akupunktur als Begleittherapie hilfreich.

Tiere tolerieren Nadeln meist erstaunlich gut. Katzen können z.B. gut in einer mitgebrachten Box behandelt werden und bleiben dort häufig in den nächsten 20 bis 30 Minuten, wonach in der Regel die Nadeln gezogen werden können, ruhig liegen. Eine Behandlung der Akupunkturpunkte mit einem Laser kann bei unruhigen oder jungen bzw. geschwächten Tieren sinnvoll sein. Moxa - eine Erwärmung der Punkte durch das Verbrennen von Beifuß - wird bei entsprechender Indikation auch mit Erfolg angewandt.

Autor und Copyright: Dr. med. vet. Martina Kuhtz-Böhnke
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