Nicht nur die Sonne sticht im Süden

Parasitenvorsorge im Urlaub für Hunde lebenswichtig

Urlaub mit HundWenn Bello mit auf Reisen geht, dann will das gut geplant sein. Heimtierausweis, Impfschutz, Leine, Maulkorb und am Besten sogar eine Hundehaftpflichtversicherung -
Viel wird vom Halter verlangt, damit der Hund am Urlaubsort keine Gefahr darstellt. Aber wer schützt den Vierbeiner in der Fremde, beispielsweise vor blutsaugenden Parasiten, die lebensgefährliche Infektionen übertragen können? Vor Ort ist es meistens zu spät. Hundehalter sollten daher bereits vor Fahrtantritt für den richtigen Parasitenschutz gesorgt haben.


Mehr als 70 Prozent aller Deutschen planten 2008 eine Ferienreise von mehr als fünf Tagen. Neben dem Urlaub in deutschsprachigen Ländern sind es vor allem Spanien, Italien und Frankreich, die deutsche Urlauber anlocken. Immer öfter werden Hunde selbst über längere Strecken mitgenommen. So ergab eine tierärztliche Umfrage in den Niederlanden, dass im Jahr 2002 4,8 Prozent aller Hunde mit in den Sommerurlaub nach Südeuropa reisten.


Am Urlaubsort warten aber nicht nur Sonnenschein und Erholung auf Mensch und Tier. Gerade die Mittelmeerregion sowie Teile Osteuropas beheimaten Parasiten, die sehr ernste Erkrankungen auf die Hunde übertragen können. So können bestimmte Stechmücken zum Beispiel Herzwurmlarven übertragen. Die Larven entwickeln sich in Herz und Lunge der befallenen Tiere zu bis zu 30 Zentimeter langen Würmern, die dann zu einer bedrohlichen Herzschwäche führen können. Ein anderes Beispiel ist die auch für Menschen gefährliche Leishmaniose, deren Erreger durch die winzige nachtaktive Sandmücke übertragen wird. In einigen Regionen des Mittelmeeres wie Südfrankreich, Sizilien oder Mallorca haben Untersuchungen bei mehr als 60 Prozent der einheimischen Hunde Antikörper gegen Leishmaniose nachgewiesen. Und in Frankreich beobachten Tierärzte, dass sich die Erkrankung immer weiter ins Hinterland und nach Norden ausbreitet. Mit der Braunen Hundezecke lebt außerdem ein Parasit in den warmen Regionen Süd- und Osteuropas, der sich auf den Hund spezialisiert hat und die dort weit verbreitete Ehrlichiose übertragen kann.


Doch auch in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden sollte der Schutz vor Parasiten nicht vernachlässigt werden: Jeder Spaziergang in der freien Natur birgt das Risiko von Zeckenangriffen. Und auch hier können Zecken neben der Borreliose und Anaplasmose auch die besonders gefährliche Babesiose übertragen.

 

Die geeignete Parasitenvorsorge sollte daher für die Reiseplanung ebenso bedacht werden wie die notwendigen Formalitäten an der Grenze oder das hundefreundliche Hotelbett. Verbreitungskarten über das Vorkommen von Parasiten und den von ihnen übertragenen Infektionen in Europa finden sich im Internet (www.parasitenfrei.de). Und da für die Übertragung von Krankheitserregern schon ein einziger Stich eines infizierten Parasiten ausreicht, empfiehlt Dr. Torsten Naucke, Parasitologe an der Universität Hohenheim, vor Reiseantritt einen Besuch beim Tierarzt: „Gegen die meisten durch Parasiten übertragenen Infektionen gibt es keine Impfung. Daher sollte der Tierarzt ein geeignetes Parasitenmittel mit einer mehrwöchigen Wirkdauer verschreiben, das gegen alle relevanten Parasiten wie Zecken, Mücken, Flöhe und Stechfliegen wirkt. Das Mittel sollte außerdem eine abschreckende (repellierende) und abtötende Wirkung besitzen, um das Risiko einer Erregerübertragung zu minimieren.“


Weitere Informationen für Tierhalter zum Thema Parasiten von Hund und Katze gibt es unter www.parasitenfrei.de.

 

Leverkusen, 16. März 2009

 

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