Leishmaniose beim Hund
Leishmania infantum, ein nicht-bakterieller Einzeller, verursacht die Leishmaniose-Erkrankung des Hundes. Der Erreger befällt und zerstört weiße Blutkörperchen. Er wird durch den Stich verschiedener Sandmückenarten übertragen. Diese geräuschlosen und nachtaktiven Mücken sind vor allem im Mittelmeerraum anzutreffen, aber inzwischen auch im Rheingraben heimisch geworden. Allerdings ist die Etablierung der Leishmaniose in Deutschland noch nicht zweifelsfrei geklärt, so dass die meisten Experten nach wie vor von einer Reisekrankheit sprechen. Schätzungen zufolge leben in Deutschland etwa 20.000 erkrankte Hunde. Leishmaniose kommt meist erst nach Monaten oder Jahren zum Ausbruch, wird dann aber schnell lebensbedrohlich und führt unbehandelt innerhalb weniger Wochen oder Monate zum Tod des Tieres. Aber auch die Behandlung mit verschiedenen Chemotherapeutika führt oft nicht zu einer vollständigen Heilung. Leishmaniose-Erreger können viele Organe wie etwa Leber und Nieren befallen. Im Allgemeinen sind vor allem Hautveränderungen wie Haarausfall, Schuppung und Geschwürbildung für die Erkrankung charakteristisch. Oft werden auch Gewichtsverlust und Durchfall, Blutarmut, Augenerkrankungen und Nierenversagen beobachtet.
Die humane Leishmaniose wird von der WHO als drittwichtigste tropische Infektionserkrankung eingestuft. Europäische Leishmaniosefälle, hauptsächlich Kinder und Personen mit Immunschwäche (etwa AIDS-Patienten), sind vor allem auf den Hundeerreger Leishmania infantum zurückzuführen.
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