Hintergrundinformation "Blutsaugende Parasiten"

3. Mücken

Holzbock beim BlutsaugenMücken sind die häufigsten Blutsauger in Deutschland und eine weltweite Plage. Die fliegenden Stechinsekten treten in zahlreichen Untergruppen mit insgesamt 3.500 Arten auf und besetzen verschiedenste Biotope. Die einheimischen Mückenarten sind je nach Temperatur vom späten Frühjahr bis in den Herbst hinein aktiv. Viele Mückenarten besitzen Larven- und Puppenstadien, die sich in stehenden Gewässern entwickeln, anderen genügen feuchte Erde, Kompost oder Mauerritzen. Im Gegensatz zu Zecken und Flöhen benötigen Mücken Blut nur zur Eiablage, weswegen auch nur die Weibchen - meist zur Dämmerungszeit - auf die Jagd nach Beutetieren gehen. Ansonsten ernähren sich die Insekten von Pflanzensäften und Nektar. Die meisten Stechmückenarten können während ihres Lebens mehrere Male befruchtet werden, Blut saugen und Eier legen. Daraus erklärt sich ihre Fähigkeit, Infektionserreger zwischen zwei Beutetieren zu übertragen.

Während die einheimischen Arten nur einen juckenden Stich verursachen, sind ihre Verwandten in warmen oder tropischen Gebieten als Überträger zahlreicher gefährlicher Infektionserkrankungen für Mensch und Tier bekannt. Neben Viren, Einzellern und Bakterien können auch Wurmlarven durch Mückenstiche übertragen werden. Da Mücken generell wenig wählerisch sind, was ihre Beute angeht, besteht bei einigen Infektionen ein zoonotisches Risiko: Infektionserreger können durch die Mücke auch auf den Menschen übertragen werden. Dies gilt z.B. für die Übertragung von Fadenwürmern durch die Stechmücken tropischer und warmer Regionen (umgangssprachlich Moskitos genannt).

In Südeuropa sind neben den Moskitos vor allem die wesentlich kleineren Sandmücken (aus der Gattung Phlebotomus) von großer Bedeutung. Verschiedene Sandmückenarten übertragen mit der Leishmaniose eine der wichtigsten Infektionskrankheiten weltweit, die sowohl Menschen wie Hunde befällt. Sandmücken sind nachtaktive Blutsauger, die sich während der Tageshitze in kühlen und feuchten Verstecken fernab vom Sonnenlicht aufhalten. Daher findet man sie oft in verwitterten Gemäuern, Kellern oder Nagetierhöhlen. Die Stechparasiten nähern sich ihrem Beutetier geräuschlos und stechen Hunde vor allem in der weniger haarreichen Kopfregion. Inzwischen haben sich kleine Sandmückenpopulationen auch in Deutschland entlang des Rheingrabens von Süden her ausgebreitet. Ob damit auch eine Einschleppung der Leishmaniose-Erreger stattgefunden hat, ist zurzeit noch nicht geklärt.


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