Hintergrundinformation "Blutsaugende Parasiten"

2. Flöhe

Männlicher KatzenflohFlöhe gehören zur Gruppe der flügellosen Insekten. Von den mehr als 2.400 Arten weltweit kommen etwa 70 in Mitteleuropa vor. Der häufigste Floh in Deutschland ist der Katzenfloh, der aber auch Hunde und den Menschen befällt; seltener werden Hundefloh und Igelfloh beobachtet. Flöhe sind wie Milben und Läuse "treue" Fellbewohner, die ihre komplette Entwicklung auf einem Wirtstier vollziehen. Aufgrund ihrer legendären Sprungkraft können sie aber auch leicht den Wirt wechseln. Ausgewachsene Flöhe sind durchgehend aktiv, wenn sie sich auf Haustieren aufhalten.

 

Freilebende Flöhe suchen im Herbst Mitteleuropas vermehrt die Wärme von Wohnungen auf, um sich dort auf Hunden und Katzen explosionsartig zu vermehren. Sprach man daher früher vom Herbst als "Flohsaison", ist der Befall heute jedoch zu einem ganzjährigen Problem geworden.


Die Lebensdauer eines Flohs beträgt etwa 3 Monate. Aus den Floheiern schlüpfen die Larven, die sich von organischem Material wie Flohkot ernähren und meist nicht auf dem Wirtstier, sondern in dessen Umgebung aufhalten. Zur Verpuppung spinnen die Larven einen sehr widerstandsfähigen Kokon, in dem sie sich mindestens neun Tage lang zum ausgewachsenen Floh entwickeln. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, schlüpfen die Parasiten jedoch nicht sofort, sondern warten auf ein geeignetes Signal von außen. Dies können geeignete Temperaturen, Lichtverhältnisse oder eine Erschütterung sein.


Im ausgewachsenen Stadium ernähren sich Flöhe durchweg von Blut und sind dabei ausgesprochen gefräßig. Während des täglichen Blutsaugens, das zwischen 20 und 150 Minuten dauern kann, nehmen Flöhe das zehn- bis zwanzigfache des Flohmagenvolumens auf. Die Weibchen können während der ganzen Zeit Eier legen. Dies bedeutet, dass in Anwesenheit von Flöhen ständig neue Eier in die Umgebung gelangen und sich zu Puppen und Larven umwandeln. Man schätzt, dass nur etwa ein bis fünf Prozent der Flöhe an einem befallenen Ort ausgewachsene Parasiten sind. Dagegen machen Eier 50 Prozent, Larven 35 Prozent und Puppen zehn Prozent der Flohpopulation aus.


Die häufigen Flohattacken peinigen den Menschen oder das Wirtstier, besonders wenn eine allergische Reaktion gegen den Flohspeichel auftritt, wie sie viele Hunde und Katzen zeigen (Flohallergiedermatitis). Durch das Kratzen an den Einstichstellen kann es zu Wundinfektionen der Wirtstiere kommen. Daneben übertragen die Parasiten Bandwürmer, Milben und Bakterien während des Saugaktes. So wird der häufigste Bandwurm von Hund und Katze, der Gurkenkernbandwurm, von Flöhen übertragen. Verschluckt der Vierbeiner einen infizierten Floh, gelangt der Gurkenkernbandwurm in den Verdauungstrakt des Tieres und kann sich dort zum ausgewachsenen Bandwurm weiterentwickeln.
 

Flöhe (zum Vergrößern anklicken!):

Weiblicher Katzenfloh (Lichtmikroskopie) - Mit freundlicher Genehmigung der Bayer Vital GmbHKatzenflöhe in Hundefell - Mit freundlicher Genehmigung der Bayer Vital GmbHFrontalansicht Katzenfloh (Elektronenmikroskopie) - Mit freundlicher Genehmigung der Bayer Vital GmbH


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